Berufsberater der Agentur für Arbeit (Foto: Alexander Ulbricht / Pressesprecher Agentur für Arbeit Bautzen)
Berufsberater (Foto: Alexander Ulbricht / Pressesprecher Agentur für Arbeit Bautzen)

Im Gespräch: Berufsberater der Agentur für Arbeit

8 gute Ratschläge, die bei der Berufs(wahl)entscheidung helfen können

Sollte ich ...

… ein Praktikum machen?
Ein Praktikum ist sehr wichtig, um die Berufsentscheidung zu festigen. Es hilft, sich ein Bild über die Berufspraxis zu machen und häufig werden dadurch auch falsche Vorstellungen über einen Beruf korrigiert. Der Praktikumsnachweis belegt in der späteren Bewerbung berufliche Vorkenntnisse. Ungünstig wäre, den Ort für das Schulpraktikum allein nach dem Gesichtspunkt einer guten Erreichbarkeit oder dem Arbeitsort der Eltern auszusuchen, ohne das Interesse für den Beruf vorhanden ist. Eine Praktikumsbescheinigung beispielsweise vom Kindergarten kann dann die Bewerbung um eine Metallausbildung nur bedingt aufwerten.

… meine Ferienjobs nach dem Berufswunsch suchen?
Im Idealfall schlägt man damit zwei Fliegen mit einer Klappe. Man lernt die Wunschberufsrichtung besser kennen und verdient sich sein erstes Geld. In der Praxis ist das nicht immer realisierbar, da Ferienjobs rar sind.

… nach der Schule ins Ausland gehen?
Auslandsaufenthalte werden gerne als Überbrückungszeit bis zum Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung genutzt. Sie können unterschiedlichen Inhaltes sein. Besonders beliebt sind das Freiwillige Soziale Jahr im Ausland, der Europäische Freiwilligendienst, Au Pair oder Work & Travel. Möglich ist auch ein High School Jahr. Mit Ausnahme des High School Jahres ist die Vollendung des 18. Lebensjahres Voraussetzung. Ein Auslandsaufenthalt fördert die Selbstständigkeit, man kann seine Sprachkenntnisse anwenden und lernt fremde Kulturen kennen und zu akzeptieren. Besonders nützlich sind diese Formen der Überbrückung für Berufe, in denen Sprachkenntnisse, Selbstständigkeit und Organisationsfähigkeit wichtig sind.

… ein Freiwilliges Jahr machen?
Ein Freiwilliges Jahr bietet Jugendlichen eine Grundlage, ihr soziales Engagement und die damit verbundenen Fähigkeiten zu erproben. Man arbeitet für die Gemeinschaft und lernt Berufe im sozialen Bereich kennen. Wer sich z. B. für einen Pflegeberuf interessiert, sollte sich im Vorfeld unbedingt ausprobiert haben. Im Freiwilligen Jahr lernt man die Tätigkeiten hautnah kennen. Sollte der erste Anlauf für eine Ausbildung nicht erfolgreich gewesen sein, dann können sich die Aussichten auf eine Ausbildungsstelle im sozialen oder Pflegebereich nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr deutlich verbessern. Das Freiwillige Jahr ist aber nicht nur in der Pflege oder Kinderbetreuung möglich, auch im Naturschutz, in der Nachwuchsförderung im Sport, im kulturellen Bereich oder in der Politik bieten sich Möglichkeiten für ein Freiwilliges Jahr.

… bereits während der Schulzeit Weiterbildungskurse besuchen?
Wer sich zusätzlich zur Schule weiterbildet, hat im Bewerbungsverfahren Vorteile gegenüber seinen Mitbewerbern. Zusätzliche Qualifikationen werten den Lebenslauf auf und können Ausgangspunkt für ein Berufsbild werden. Nützlich sind z.B. Kurse an der Schreibmaschine, am Computer, zur Erweiterung der Sprachkenntnisse oder in der Kommunikation.

… mich für ein Bewerbungsgespräch coachen lassen?
Die Bedeutung einer aussagekräftigen Bewerbung oder eines vorbereiteten Vorstellungsgespräches wird oft unterschätzt. Schließlich sind sie die persönliche „Visitenkarte“ des Bewerbers, auf die der Arbeitgeber gern zurückgreifen soll und sich schließlich für ihn entscheidet. Ein Bewerbertraining bringt hier Sicherheit. 
Die angebotenen Bewerberseminare in der Arbeitsagentur (BIZ) helfen, die Konkurrenzsituation des Bewerbers gegenüber anderen Mitwettbewerbern erfolgreicher zu meistern.

… mich vorab persönlich bei den Unternehmen vorstellen?
Hier sollte man die Bedingungen vor Ort beachten. In kleineren Betrieben wird die persönliche Vorstellung des Bewerbers vom Arbeitgeber oft erwartet. Eine vorherige telefonische Kontaktaufnahme empfiehlt sich in jedem Fall. Interessiert man sich für ein 
bestimmtes Unternehmen, sollte man persönlich oder telefonisch klären, in welchem Ausbildungsjahr welche Ausbildungsberufe angeboten werden. In der Regel teilen Betriebe in ihren Stellenausschreibungen mit, welche Form der Bewerbung gewünscht ist. Der Berufsberater kennt die Betriebe der Region und kann hier sicher Tipps geben.

… erst mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum Studium gehen?
Hier sollte man sich unbedingt den Rat des Berufsberaters einholen. Bei örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen entscheiden neben der Durchschnittsnote, der Hochschulzulassungsberechtigung und der Wartezeit auch hochschulinterne Auswahlkriterien über die Vergabe der Plätze. Zu diesen Kriterien kann u.a. eine abgeschlossene Berufsausbildung zählen.

10.02.2016

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