Industriemechanikerin

Im Portrait: Cindy Pacholik – Industriemechanikerin-Azubine

Schwarzes Blut & Blonde Locken

Cindy Pacholik folgt in 4. Generation den Fußstapfen ihrer Eltern und Großeltern in den Bergbau.

In die beruflichen Fußstapfen seiner Eltern zu treten ist heutzutage wohl nicht mehr unbedingt üblich. Doch die 22-jährige Cindy Pacholik aus Schwarze Pumpe konnte sich nicht wehren gegen den inneren Drang hin zur Kohle. Dabei hatte sie längst alles in der Tasche: einen Berufsschulabschluss, eine sichere Anstellung und ein gutes Einkommen. Und doch fehlte in ihrem Leben der Duft von Heimat und Ursprung. Und es war ihr unmöglich, sich einen lebenslangen Alltag im Büro vorzustellen. So ging Cindy einen mutigen Weg, kündigte ihren Job in der Arbeitsagentur in Baden-Württemberg und begann noch einmal eine Ausbildung. Diesmal bei der Vattenfall Europe Mining in Schwarze Pumpe.
Nun wird Cindy Industriemechanikerin. Sie weiß ganz genau, worauf sie sich einlässt. Die Wartung und Reparatur der riesigen Anlagen im Tagebau und der Umgang mit dem schwarzen Gold liegen ihr im Blut. Ihr Vater war schon in der Kohle, genauso wie beide Großeltern und die Urgroßeltern im Bergbau beschäftigt waren. Und Cindy weiß auch ganz genau, wohin sie einmal möchte: Die großen Geräte in der Grube sollen es sein. Dafür möchte sie nach der Lehre noch eine Techniker-
ausbildung anhängen.
Aber jetzt hat für Cindy erst mal das zweite Lehrjahr begonnen. Im Rückblick auf das vergangene Jahr ist sie absolut sicher, dass sie hier richtig ist. Dicke Schwielen bedecken ihre Handflächen, die sie schmunzelnd betrachtet. „Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre“, bemerkt sie nachdenklich und erzählt von ihrem Plan, die Lehrzeit von 3 ½ auf 3 Jahre zu verkürzen. Das erfordert sehr gute Leistungen, praktischen Fleiß und den Nachweis herausragender sozialer Kompetenzen. Wenn Cindy zu Beginn des 3. Lehrjahres diesen Anforderungen genügt, kann sie einen Antrag auf den vorzeitigen Abschluss ihrer Lehre stellen.
„Ich habe das schon einmal geschafft“, sagt sie und meint ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsförderung, die sie ebenfalls früher abgeschlossen hatte. „Warum also soll es nicht noch einmal klappen?“, fügt sie zuversichtlich an. Wenn der Antrag angenommen wird, dann muss sie am Ende des dritten Lehrjahres ihre schriftliche Prüfung bestanden haben, ihren „Betrieblichen Auftrag“ machen, d.h. eine Baugruppe herstellen oder eine Dokumentation erarbeiten, und diesen vor einer Kommission verteidigen. Dass sie das schaffen wird, daran zweifelt nicht, wer Cindys Begeisterung sieht. Sie ist zweifellos angekommen: in ihrem Leben, bei ihrer Berufung und in einer starken Familientradition.

10.02.2016

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