Die Ausbildung zur Industriekauffrau – Mehr als nur Kaffeekochen?!

„Abi – und dann?“ war eine Frage, die mich, genauso wie meine damaligen Klassenkameraden, nächtelang nicht schlafen ließ. Da ich als kleines Mädchen schon immer gerne „Büro gespielt“ habe, war die grobe Richtung also schon mal vorgegeben. Auch die Entscheidung zur Industriekauffrau ließ nicht lange auf sich warten. Im Abitur fehlte mir immer ein bisschen der Bezug zur Wirtschaft, also wollte ich meine Wissenslücken durch eine Ausbildung schließen. Als Industriekauffrau schlägt man da gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Neben einem sehr umfangreichen Einblick in die Betriebswirtschaftslehre bekommt man auch viel zur 
Volkswirtschaftslehre vermittelt.

Bald fand ich dann das passende Unternehmen, das zudem in meiner Heimatstadt angesiedelt ist. Ein zukunftsorientiertes Unternehmen, das in seine Nachwuchsfachkräfte investiert: Kjellberg Finsterwalde. Ich konnte den 01. September 2011, meinen Ausbildungsbeginn, kaum erwarten. Natürlich waren auch mir die weit verbreiteten Klischees über Büroberufe bekannt. „Man muss ja nur Kaffee kochen können“, oder „Man sitzt den ganzen Tag nur rum“, sind da nur zwei Beispiele.
Bevor es mit meiner eigentlichen Arbeit losging, musste ich mich allerdings noch gedulden, denn mein Abteilungsdurchlauf begann in der Produktion. Nachdem ich auch das Lager und den Versand kennengelernt hatte, wurde ich in der Einkaufsabteilung eingesetzt. Da mein Ausbilder ebenfalls im Einkauf tätig ist, bekam ich dort alle wichtigen Grundlagen beigebracht, die mir während der gesamten Ausbildung auch in den Abteilungen Kundendienst, Verkauf, Marketing und Buchhaltung sehr hilfreich waren. Während der gesamten Ausbildungszeit durchlief ich diese Abteilungen mehrmals und wurde auch gelegentlich als Vertretung eingesetzt. Das machte mich stolz, da ich so meine Flexibilität unter Beweis stellen konnte. Und so lernte ich schnell, dass ich als Industriekauffrau die Schnittstelle zwischen Produktion und Kunde bin. Alle weiteren Inhalte zur Ausbildung wurden in der Berufsschule vermittelt, die mir zusammen mit der anderen Auszubildenden von Kjellberg Finsterwalde, Mandy, immer viel Spaß machte. Abwechslung war also immer gegeben.
Und auch ödes Pauken war kein Thema. Wir Azubis bekamen oft die Möglichkeit, an verschiedenen Projekten teilzunehmen und so zu lernen, wie viel Freude das Lernen in einer Gruppe bereiten kann. Für die Teilnahme an der Jugendolympiade MOVE! war der Zusammenhalt bei der Erarbeitung und Umsetzung eines selbst entwickelten Films sehr wichtig. Es entstanden Freundschaften und schnell war klar: Die Azubis der nächsten Generation müssen mit ins Boot geholt werden. Also organisierten Mandy und ich einen Kennenlerntag für alle Azubis unseres Unternehmens, der von unseren Geschäftsführern, Ausbildern und den anderen Azubis sehr gut angenommen und ein voller Erfolg wurde. Eine weitere schöne Veranstaltung war auch die Fahrt zu unserer Berufsgenossenschaft, die uns das Unternehmen ermöglichte. Dort bekamen wir eine Menge Wissen vermittelt, das auch für die Berufsschule hilfreich war. In lockerer Gruppenarbeit konnten wir vor allem unsere Kompetenzen in Sachen Teamwork weiter verbessern. Und so gingen drei Ausbildungsjahre schnell vorbei. Mittlerweile habe ich schon seit drei Monaten meine Ausbildung beendet und gehe in wenigen Tagen zum Studium. Momentan bin ich als Marketingmitarbeiterin angestellt – das Lernen hat sich also gelohnt. Ich durfte so unglaublich viele Erfahrungen sammeln und alle Kolleginnen und Kollegen waren stets hilfsbereit, dafür bin ich sehr dankbar. Kurzum: Ich hatte einen sehr guten Start in meine berufliche Laufbahn und kann nun aus erster Hand sagen: Ja, Industriekauffrau ist viel mehr als nur Kaffeekochen.

01.10.2015

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